Allein sein!

All ein sein - bei sich selbst sein! Können Sie das oder fällt es Ihnen schwer?

 

15 Minuten in der eigenen Ruhe sein. Das muss nicht heißen, still zu sitzen, es kann bei einem Spaziergang in der Natur geschehen oder bei einem Hobby oder beim Musik hören usw. Es gibt vielfältig Möglichkeiten, um zu sich zu finden und bei sich zu bleiben.

 

Ich kann Ihnen Möglichkeiten und Techniken zeigen, wie Sie die Verbindung zu Ihren inneren Kompass stärken und Ihren Weg entdecken, um wieder in Ihrer eigenen Ausgeglichenheit zu leben.

 

Gerne können Sie mich kontaktieren, um ein unverbindliches Gespräch zu führen. Ich freue mich auf Sie.


Herzichst

Stefanie Kunter

 

Alleinsein kann wunderbar sein

 

22. Februar 2018

 

 

Das Alleinsein ist eine unterschätzte Ressource. Anders als die unfreiwillige Einsamkeit kann der vorübergehende, selbst gewählte Abstand zu anderen Menschen eine Quelle der Ruhe sein. Forscher sprechen von einem „Deaktivierungseffekt“ (deactivation effect). „Alleinsein fährt intensive Gefühle herunter, sowohl positive als auch negative“, so das Team um Thuy-vy Nguyen. Aufgewühlte Menschen erleben nach fünfzehn Minuten die wohltuende Wirkung von Abgeschiedenheit.

 

 

Nguyens Team ließ Probanden zunächst einige Fragen zu ihrer aktuellen Gefühlslage beantworten. Anschließend verbrachte ein Teil der Freiwilligen 15 Minuten allein. Sie saßen still und gemütlich da. Währenddessen hielten die anderen Teilnehmer ein angenehmes Schwätzchen mit einem Versuchshelfer. Nach einer Viertelstunde füllten alle Probanden denselben Fragebogen erneut aus: Der positive emotionale Ausgleich kehrte nur bei jenen ein, die fünfzehn Minuten allein verbracht hatten. „Sie fühlten sich ruhiger und in einem inneren Gleichgewicht“, so die Forscher.

 

 

In weiteren Experimenten zeigten sie, dass es keine Rolle spielt, ob man während der kurzen Auszeit still dasitzt oder beispielsweise liest. Solange jemand tatsächlich allein ist, beruhigt sich die Gefühlswelt. Dafür heißt es: Handys aus. Und wenn die Probanden von sich aus das Alleinsein wählten, dämpfte die Viertelstunde sogar ihren Stress.

 

 

Aber Alleinsein scheint nicht nur eine Quelle der Ruhe zu sein, sondern auch der Kreativität – und zwar für Menschen, denen der Abstand zu anderen ein essenzielles Bedürfnis ist (unsociability). Psychologen um Julie Bowker haben die Unterschiede zwischen dieser und zwei anderen Gruppen studiert: Personen, die aus Angst heraus auf soziale Interaktionen verzichten (shyness), und jenen, die den Austausch meiden, weil sie ihn nicht mögen (avoidance). Die weniger sozialen Probanden fühlten sich ohne die Anwesenheit anderer wohl und zufrieden – und berichteten, sie seien besonders kreativ.

 

Anna Gielas/AB

 

 

Thuy-vy T. Nguyen u. a.: Solitude as an approach to affective self-regulation. Personality and Social Psychology Bulletin, 10/2017. DOI: 10.1177/0146167217733073

 

Julie C. Bowker u. a.: How BIS/BAS and psycho-behavioral variables distinguish between social withdrawal subtypes during emerging adulthood. Personality and Individual Differences, 119/2017. DOI: 10.1016/j.paid.2017.07.043

 

 

 

Dieser Beitrag ist in etwas abgewandelter Form in der März-Ausgabe von Psychologie Heute erschienen, Titelthema "Heilkraft Meditation: Wie Sie durch Innehalten Körper und Seele stärken"